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»Organspende – gesellschaftlich umstritten, öffentlich undurchschaubar, politisch gefördert«
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Patienten-Verfügungen sollen selbstbestimmtes Sterben ermöglichen. Können die Papiere halten, was ihre Befürworter versprechen? Was bedeutet ihre vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Verbindlichkeit für Kranke, Ärzte, Pflegende, unsere Gesellschaft? Antworten, Denkanstöße, Tipps im aktuellen Info-Faltblatt Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge? hier online
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Sponsoring, Werbung, Interessen-Konflikte
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KOPFGELD
Willkommen bei BioSkop!
> Auf Rücktritt soll eine Art Flucht nach vorn folgen
Masterplan der DSO?
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigt langsam Wirkung: Nach anhaltenden Vorwürfen verspricht sie hinter den Kulissen, »mit Blick auf die Zukunft« transparenter zu werden. Die Vorsitzenden des Stiftungsrates haben sich einen »Masterplan zur Weiterentwicklung« ausgedacht – die Öffentlichkeit soll offenbar noch außen vor bleiben. Geht es nach den Plänen maßgebender PolitstrategInnen aus Union und SPD in Berlin, soll die Reform des Transplantationsgesetzes plus Einführung der umstrittenen »Entscheidungslösung« bereits am 25. Mai im Bundestag durchgestimmt werden, zwei Tage vorher berät noch mal der Gesundheitsausschuss. Komisch: Eine weitere, öffentliche Anhörung von Fachleuten soll nicht mehr stattfinden.
+ Die ganze Geschichte
+ Neu – und nicht nur für Fachkreise interessant
++ Die Politik soll draußen bleiben / Notfall »Organspende«?
+++ UPDATE: Am 10. Mai – rund zwei Wochen nach dem exklusiv-öffentlichen BioSkop-Blick hinter die Kulissen – hat die DSO per Pressemitteilung bekannt gegeben, dass ihr Stiftungsrat tatsächlich »Eckpunkte eines Masterplans« entworfen habe.
> Vorwürfe gegen Deutsche Stiftung Organtransplantation
Der erste Rücktritt
Dr. Thomas Beck, Kaufmännischer Vorstand der DSO, hat den Stiftungsrat darum gebeten, seinen Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen. Eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlichte die DSO am 23. April. Der Medizinische Vorstand, Prof. Günter Kirste, der auch wegen früherer Aktivitäten in der Kritik steht und dessen Nachfolger ohnehin gesucht wird, will offenbar ebenso weitermachen wie Prof. Wolf Otto Bechstein, der gegenwärtig den DSO-Stiftungsrat anführt. Hinter den Kulissen werden bereits Nachfolger ausgeguckt, zwei der Favoriten sollen die Professoren Bruno Meiser und Björn Nashan sein. Meiser steht derzeit noch an der Spitze von Eurotransplant, Nashan tritt neuerdings auch als »Entscheidungshelfer« zur Organspende für die Krankenkasse AOK in Erscheinung.
+ Aktuelle Berichte aus taz, SZ und Spiegel online
++ DOSSIER »DSO endlich auf dem Prüfstand!«
+++ BioSkop-Nachwirkungen
++++ ARTIKEL – Gespräche mit Angehörigen und mehr
+++++ PARLAMENTARISCHE ANFRAGE – Gespräche mit Angehörigen
> Exklusive E-Mail-Botschaft von Organentnahme-Koordinatoren an Politiker
»Vorwürfe gegen DSO-Vorstand sind haltlos«
Im Bundestag hat sich eine interfraktionelle, 6-köpfige Arbeitsgruppe am 1. März auf die so genannte »Entscheidungslösung« zur »Organspende« geeinigt; am 22. März wurde ein Gesetzentwurf als parteiübergreifender Gruppenantrag in den Bundestag eingebracht – gestützt auf die mächtige Autorität der sachkundigen (?) Fraktionschefs. Rechtzeitig vor dem Verhandlungspoker der Unterhändler bekamen ausgewählte Parlamentarier eine E-Mail von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) – Betreff: »Anonyme Vorwürfe gegen den DSO-Vorstand sind haltlos«.
Wer hakt jetzt wirklich nach?
Das klingt ja ganz beruhigend. Merkwürdig nur: Die DSO, deren Öffentlichkeitsarbeiter gern Erfolgsmeldungen verbreiten, hat die Botschaft (bisher) nicht per Mitteilung an die Medien bekannt gemacht, auch nicht auf ihren neu gestylten Internetseiten. Dort steht aber, dass der Medizinische DSO-Vorstand Prof. Günter Kirste die ausgehandelte »Entscheidungslösung« ziemlich gut findet.
Also drängen sich spannende Fragen geradezu auf: Wollen es Politiker und Journalisten wirklich genau wissen, haken sie jetzt nach? Es gibt Anzeichen, jedenfalls erschienen Ende März erste Presseberichte und Politiker-Äußerungen über ein eigentlich vertrauliches Gutachten von Wirtschaftsprüfern. Was wir von dieser Expertise halten und welche neuen Fragen sich daraus ergeben, lesen Sie z.B. hier.
+ Der BIOSKOP-Artikel über die DSO-Mail
++ DOSSIER »DSO endlich auf dem Prüfstand!«
+++ Ignorierte Tatsachen
++++ Leben Hirntote noch?
+++++ Blick in den Bundestag
++++++ Blick zurück: »Langfristige Sicherung des Stiftungsvermögens gewährleistet« – mittels Erwerb von »SOLITÄR 12«
+++++++ Referenzen
++++++++ Eurotransplant – maßgeblich mit-made in Germany
Erklärung zur »Organspende« auf der Gesundheitschipkarte?
ZU RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN
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> Transplantationsmedizin
Organe entnehmen nach Herzversagen?
In Berlin trifft sich Mitte Juli die internationale Elite der Transplantationsmedizin. Begrüßt werden die »lieben Kollegen« von den Professoren Peter Neuhaus (Charité) und Wolf O. Bechstein, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der DSO ist. Auf dem Programm steht u.a. die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand (donation after cardiac death) – ein Vorgehen, das in Deutschland tabu ist und auch von der Bundesärztekammer bisher öffentlich abgelehnt wird. Großzügige Geldgeber aus der Pharmabranche sponsern den »24th International Congress of The Transplantation Society«.
+ Hintergründe zu »Organspende« und Transplantation
++ Organentnahme nach Euthanasie
> Patientenverdatung
Die elektronische »Gesundheitskarte«…
…gilt als Schlüssel für den Aufbau einer komplexen Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen. Perspektivisch soll die Chipkarte (eGK) den Zugriff auf zentral gespeicherte Patientendaten ermöglichen. Die Krankenkassen wollen und sollen die eGK nun beschleunigt verbreiten und sammeln fleißig Passbilder – die Versicherten müssen es nicht so eilig haben.
Bitte weiterlesen:
+ Radikale Veränderung
++ Klage in der Pilotregion
+++ »Organspende«-Erklärung auf der Gesundheitskarte?
+++ Patientenverdatung
++++ Kassendaten – Kurs 2010
> Geburt im Magnetresonanztomographen
Fragwürdiges Experiment
Das Berliner Universitätsklinikum Charité meldete am 7. Dezember 2010 eine »Weltpremiere«, vollbracht in der hauseigenen Radiologieabteilung: »Geburt im offenen MRT«. Viele Medien berichteten schnell und ziemlich euphorisch.
Was anschließend und hinter den Kulissen geschah, hat BIOSKOP recherchiert.
Die Medizinrechtsexpertin Ulrike Riedel meint, »dass hier auch der Frage nachzugehen ist, inwieweit es sich um eine fremdnützige Forschung an Nichteinwilligungsfähigen handelt«.
+ Die ganze Geschichte
++ Mehr über medizinische Versuche und Studien mit Menschen erfahren Sie hier
NEU: newsletter Behindertenpolitik Nr. 47
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> Euthanasie und ÄrztInnenschaft
Notwendige Klarstellung – bedenkliche Grundsätze
»Keine ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung!« Diese Forderung, begründet in einer prägnanten Stellungnahme, schickten BioSkop und die Hospizvereinigung OMEGA im März an alle Landesärztekammern. Antworten gab es zwar nicht, aber am 1. Juni trafen die meisten DelegiertInnen des Deutschen Ärztetages eine gute Entscheidung.
Danach hatte es monatelang nicht ausgesehen.
Bedenklich und dringend reformbedürftig sind weiterhin die BÄK-Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung.
> Diskussion um das Transplantationsgesetz
Ignorierte Tatsachen
Der Bundestag veranstaltete im Juni 2011 zwei Anhörungen zum Transplantationsgesetz. Fachleute sprachen dabei auch diverse Missstände an. Merkwürdig: Es dauerte ein halbes Jahr (!), bis die Wortprotokolle öffentlich gemacht wurden. Was u.a. drin steht, lesen Sie in unseren Hintergrundberichten:
+ Ignorierte Tatsachen
++ Hirntodkriterium verfassungswidrig?
+++ 10-Jahres-Bilanz zum Transplantationsgesetz
Derweil handeln die Fraktionsführungen nach der Devise »Augen zu und durch«: Per Gesetz wollen sie künftig alle BürgerInnen dazu drängen, »mindestens einmal in ihrem Leben« zu erklären, ob sie sich im Falle des »Hirntodes« Organe entnehmen lassen würden.
> Neugeborenenscreening
Informierte ÄrztInnen, aufgeklärte Eltern?
Das Gendiagnostikgesetz (GenDG) verlangt, dass genetische Proben »unverzüglich zu vernichten« sind, sobald sie nicht mehr für diejenigen Zwecke benötigt werden, für die sie veranlasst wurden. Das gilt auch für Blutproben, die beim Neugeborenenscreening auf angeborene Stoffwechselkrankheiten entnommen und analysiert werden. Doch nicht allen ÄrztInnen scheint die Rechtslage bewusst zu sein.
> Transplantationsmedizin
Fragwürdig
Die wissenschaftlichen Zweifel an Konzept und Diagnostik des Hirntodes wachsen. Das Organspende-Netz ist weder transparent organisiert noch nachvollziehbar kontrolliert, das Transplantationsgesetz hat daran wenig geändert. Dessen ungeachtet treiben Lobbyisten, Politiker und Prominente das Organspende-Marketing voran – mit immer aufdringlicheren Methoden.
+ Hintergründe, Analysen, Einschätzungen
++ Anhörung sog. Sachverständiger im Bundestag
+++ Betroffen, aber nicht angehört
++++ Ex-Star-Transplanteur im Gefängnis
+++++ ORGANENTNAHME NACH EUTHANASIE
> Präimplantationsdiagnostik
»Unrealistisch und unverantwortlich«
Der Bundestag hat am 7. Juli entschieden, die Präimplantationsdiagnostik (PID) per Gesetz zu erlauben, Anlass bot ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Zahlreiche Fachleute und Organisationen, darunter BioSkop e.V., plädieren weiterhin dafür, die Selektion von Embryonen nach künstlicher Befruchtung (IVF) zu verbieten. »Eine eng begrenzte Zulassung der PID ist unrealistisch, eine generelle Zulassung unverantwortlich«, steht über der gemeinsamen Stellungnahme.
+ Mehr zu den Themen PID und Reproduktionsmedizin
++ Wer trifft Entscheidungen, wer hat Macht und Ressourcen hierzulande, wer beeinflusst Politik – handeln hier konkrete Menschen oder erledigt das stellvertretend ein abstrakter, so genannter wissenschaftlicher Fortschritt? Denkwürdige Aussagen des neu gewählten Ärzte-Präsidenten F.U. Montgomery, veröffentlicht in einem Gespräch, das er Journalistinnen der FAZ gewährt hat: »Wir leben in einer Welt der Salami-Ethik«
> Bioethik
Gezielte Provokationen
Es ist wahr: Peter Singer hat einen »Ethik-Preis« bekommen, überreicht in der Deutschen Nationalbibliothek. Dagegen sind vielfältige Proteste laut geworden – und das ist gut so! Aber: Öffentliches Aufsehen, das darf man annehmen, haben die Preisstifter sicher einkalkuliert – wohl auch, um überhaupt mal in einige Zeitungen zu kommen. Singers Thesen zeitigen Wirkung, sogar in wichtigen Medien. Erinnert sei hier nur an ein weiteres, ausgezeichnetes Werk (»Der gute Tod«) eines renommierten Journalisten. Die Preisverleihung im seriösen Ambiente haben wir Ende 2006 im newsletter Behindertenpolitik (Nr. 26) eingehend
> Brisante Forschung
»Netzwerk Mentale Retardierung«
4,1 Millionen Euro hat das Wissenschaftler-Netzwerk »Mentale Retardierung« (MRNET) seit April 2008 vom Bundesministerium für Forschung (BMBF) erhalten. Die Humangenetiker, die »genetische Ursachen« geistiger Behinderung finden wollen, müssen sich ab Frühjahr 2011 neue Finanziers suchen: Das BMBF hat angekündigt, die umstrittene Forschung nicht weiter zu fördern – und damit wohl auf wachsenden öffentlichen Druck reagiert.
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