// BIOSKOP abonnieren!
// BIOSKOP Nachwirkungen
// Stimmen zu BIOSKOP
// BIOSKOP Archiv
// beobachtet – berichtet
Who is Who?
BLUT UND GEWEBE
sind für GenforscherInnen und Pharmafirmen eine wertvolle Ressource.
Gesammelt und verwertet werden Proben oft auch für kommerzielle Zwecke – häufig ohne Wissen der PatientInnen. Mit der Aktion Biobanken? Nicht mit uns! will BioSkop für Transparenz sorgen.
// SIE können
mitmachen!
// NABELSCHNURBLUT
Irreführende Werbung untersagt
»Organspende – gesellschaftlich umstritten, öffentlich undurchschaubar, politisch gefördert«
Tagung für Transparenz verpasst?
// Nachwirkungen
- BIOSKOP berichtete – UND WAS GESCHAH DANN?
// wieder gelesen
// Patientenverfügungen
Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge?
Patienten-Verfügungen sollen selbstbestimmtes Sterben ermöglichen. Können die Papiere halten, was ihre Befürworter versprechen? Was bedeutet ihre vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Verbindlichkeit für Kranke, Ärzte, Pflegende, unsere Gesellschaft? Antworten, Denkanstöße, Tipps im aktuellen Info-Faltblatt Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge? hier online
+ Gedruckte Faltblätter bitte telefonisch bestellen bei BioSkop, Telefon (0201) 5366706 oder online anfordern
++ Hintergründe und fundierte Recherchen über Patientenverfügungen finden Sie HIER
// polizeiliche DNA-Banken
Sammelwut stoppen!
GUTE NACHRICHT
Verdienstkreuz für Kritiker der Bioethik-Konvention!
Willkommen bei BioSkop!
> Organtransplantation, Partnerschaften, Menschenrechte
Fragwürdiges Herz für China
In China stammen mehr als 90 Prozent der verpflanzten Organe Verstorbener von hingerichteten Gefangenen. Organisationen wie der Weltärztebund lehnen diese Praxis als unethisch ab. Doch westliche Firmen, Kliniken und ÄrztInnen unterstützen auf vielfältige Weise das chinesische Transplantationssystem. Derartige Kooperationen werfen reichlich Fragen auf – verlässlich antworten sollte zum Beispiel das Deutsche Herzzentrum (DHZB) um seinen einflussreichen Ärztlichen Direktor Prof. Roland Hetzer.
+ Hintergrundbericht aus dem aktuellen BIOSKOP-Heft
++ Deutsch-Chinesischer Kooperationsvertrag
+++ Operationen plus Festakt in Pjöngjang
++++ »Ethische Herausforderungen« – Blick ins Archiv des Deutschen Ärzteblattes
> Neuer Flyer – LESEN, BESTELLEN, WEITERVERBREITEN!
Nachdenken über Organspende
Die Transplantationsmedizin ist hierzulande umstrittener denn je. Um aufzuklären und Diskussionen anzuregen, haben BioSkop, Hospizvereinigung OMEGA und Arbeitskreis Frauengesundheit nun gemeinsam ein neues Faltblatt erstellt. Der Titel bringt das Anliegen auf den Punkt: »Nachdenken über Organspende«.
MEHR ERFAHREN
+ Flyer hier downloaden
++ Gedrucktes Faltblatt bestellen
+++ Hintergrundinformationen lesen
> Pharmasponsoring, Korruption
Gesetz gegen bestechliche Ärzte?
SPD und Linke wollen Korruption im Gesundheitswesen unter Strafe gestellt sehen. Notwendig ist aber noch mehr: Auch Kooperationen zwischen Ärzten, Forschern und Industrie, die als legal gelten, müssen offen gelegt werden – inklusive der gezahlten Gelder. Am 17. April gab es eine öffentliche, 90-minütige Anhörung im Bundestag.
+ Bericht aus dem aktuellen BIOSKOP-Heft
++ Nebeneinkünfte online?
+++ Nicht nur ein Problem von Medizinern – Einblicke
++++ Öffentliche Anhörung
+++++ UPDATE: Bewegt sich der Bundesgesundheitsminister doch noch?
> Beihilfe zur Selbsttötung
Zielführender Gesetzentwurf?
Die Bundesregierung will kommerzielle Beihilfe zur Selbsttötung künftig unter Strafe stellen. Der Gesetzentwurf wurde am 12. Dezember in einer öffentlichen Anhörung im Bundestag erörtert. Die geplanten Regelungen gehen vielen Fachleuten und Verbänden nicht weit genug: Sie fordern, jede Form organisierter Unterstützung von Suiziden zu verbieten. Derweil steigt die Zahl der Landesärztekammern, die von der Linie des Deutschen Ärztetages bewusst abweichen und ihren Mitgliedern nicht ausdrücklich untersagen wollen, bei Selbsttötungen von PatientInnen mitzuwirken.
+ WIEDERVORLAGE: Gemeinsame Stellungnahme von BioSkop und Hospizvereinigung OMEGA zur ärztlichen Beihilfe zum Suizid
++ BIOSKOP-Bericht zum Gesetzentwurf – plus Randbemerkungen
+++ Hintergrundinformationen Euthanasie
++++ Patientenverfügungen – hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge?
+++++ Hintergründe Patientenverfügungen
> Kooperationsvertrag zwischen Kölner Universitätsklinik und Bayer Healthcare AG
Geheimhaltung bestätigt – vorerst jedenfalls
Vor viereinhalb Jahren, im Juni 2008, thematisierte BIOSKOP erstmals eine »bevorzugte Partnerschaft« zwischen der Kölner Universitätsklinik und der Bayer Healthcare AG. »Ein Modell für Deutschland?« fragten wir damals, denn der Fall könnte ganz grundsätzlich aufzeigen, wie viel die Öffentlichkeit über derartige »Public Private Partnerships« erfahren darf. Zehn Organisationen und Verbände, angeführt von der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG), hakten nach und forderten die Uni Köln auf, den Kooperationsvertrag »vollständig offenzulegen«. Doch die Hochschulleitung weigerte sich hartnäckig. Die CBG ließ sich nicht abspeisen, im Mai 2011 reichte sie Klage beim Verwaltungsgericht Köln ein, um Einsicht in den Kooperationsvertrag zu erhalten.
Am 6. Dezember wurde in Köln endlich verhandelt – Ergebnis: Das Verwaltungsgericht hält die Geheimhaltung für rechtens. Doch die juristische Auseinandersetzung um mehr Transparenz wird weiter gehen.
+ Das Urteil
++ BIOSKOP-Bericht: Gericht billigt Geheimhaltung
+++ Spannende Fragen
++++ Information für die Presse: »Eine gemeinsame strategische Positionierung erzielen«
+++++ Blick ins BIOSKOP-Archiv: Klage für Transparenz
++++++ Im Auftrag der Pharmaindustrie
+++++++ Hintergrundberichte über klinische Studien
++++++++ Sponsoring, Werbung, Interessenkonflikte
> Organentnahme nach Herzstillstand?
Lobbyschreiben mit Folgen
Post von Lobbyisten kommt im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fast täglich an. Der Brief der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG), aus dem BIOSKOP in Heft Nr. 58 exklusiv zitierte, war so brisant wie außergewöhnlich. Denn der Vorstand der DTG machte sich für ein operatives Vorgehen stark, das in Deutschland aus guten Gründen bisher nicht erlaubt ist: Organentnahmen nach Herz-Kreislauf-Stillstand! Unter dem Schreiben vom 6. Mai 2011 steht auch der Name des Chirurgen Helmut Arbogast, der wiederholt als designierter Nachfolger des umstrittenen DSO-Chefs Günter Kirste beschrieben wurde.
Die mediale Aufmerksamkeit ist weiter gewachsen: Anfang Oktober beleuchtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Verschiebung der »Grenzen des Todes« und erwähnte am Ende auch die Lobby-Aktivitäten der DTG-Führungskräfte. Deutschlandradio Kultur bat die Mediziner Eckhard Nagel und Paolo Bavastro, den »Vorstoß« der DTG zu bewerten. Und laut tageszeitung (taz) soll das BMG mittlerweile spürbar dagegen sein, dass Arbogast tatsächlich zum Medizinischen Vorstand der DSO gemacht wird.
+ BIOSKOP: Heikle Vorstellungen
++ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Herztod
+++ Schreiben der Deutschen Transplantationsgesellschaft an das Bundesministerium für Gesundheit
++++ Organe entnehmen nach Herzversagen?
> Transplantationsgipfel im Bundesgesundheitsministerium
Informieren – nicht moralisieren
Krisentreffen in Berlin: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat am heutigen 27. August mit Vertretern von Bundesärztekammer, Krankenkassen, Kliniken und Organspendemanagement beraten, welche Konsequenzen aus Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung menschlicher Körperteile zu ziehen sind. BioSkop fordert eine fundierte, offene Diskussion über die Transplantationsmedizin, mehr Transparenz und Kontrollen sowie den Schutz von Insidern, die Missstände aufdecken – nachzulesen auch im Bericht »Operationsbedarf beim Organspende-System« der Deutschen Welle.
+ BioSkop-Vorschläge für glaubwürdige Transparenz
++ Öffentliche Ankündigungen vom 27. August
+++ Kontrolle? Nein danke!
> Überwachung und Prüfung der Transplantationsmedizin
Flucht nach vorn am 9. August
+ Neue Versprechungen – alte Strukturen
++ Kontrolle? Nein danke!
+++ Organ-Wartelisten: GKV stellt erstmals Macht der Bundesärztekammer in Frage
++++ Ignorierte Tatsachen
+++++ Sachdienliche Hinweise
++++++ Medizin-Kritikerin fordert mehr Öffentlichkeit
+++++++ Blick in die Presse
++++++++ Tagesschau kommentiert Krisenkommunikation
+++++++++ Süddeutsche Zeitung: Organspende – jetzt erst recht
+++++++++ BILD: »JA, wir sind Organspender. Jetzt erst recht!«
> Organverteilung
Die Tricks der Transplanteure …
… beleuchten Martina Keller und Erika Feyerabend in ihrem gleichnamigen Artikel, erschienen am 5. August 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
> Ermittlungen in Transplantationszentren
Göttingen, Regensburg, Essen – alles Einzelfälle?
+ Fragen, Antworten, Ungewissheiten
++ Weiter transplantieren ohne wirksame Kontrolle?
+++ Verschwiegene Manipulationen
++++ Kompliziert gesponnenes Netz
+++++ Sehr diskrete Selbstkontrolle
++++++ Leben »Hirntote« noch?
+++++++ Organpolitik – anders befragt
++++++++ NACHGEHÖRT: Tagesgespräch Organspende im WDR
+++++++++ Außenansicht – gelesen in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG
++++++++++ HINTERGRÜNDE und ABGRÜNDE
> Elektronische Gesundheitskarte
Wachsender Widerstand
Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird womöglich ein Fall für das Bundesverfassungsgericht. »Ich schätze, 2013 sind wir in Karlsruhe«, sagte Rechtsanwalt Jan Kuhlmann, nachdem das Sozialgericht Düsseldorf die Klage seines Mandanten Sven S. gegen die eGK am 28. Juni abgewiesen hatte. Als nächsten Schritt kündigte der Anwalt an, Berufung beim Landessozialgericht NRW in Essen einzulegen. Derweil wächst der Widerstand gegen die eGK, auch unter MedizinerInnen: Der Deutsche Ärztetag erklärte das Verdatungsprojekt inzwischen für »gescheitert«.
+ Vor der Verhandlung: Bericht aus BIOSKOP
++ Radikale Veränderung
+++ Peinliche Karten-Panne! »Sicherheitslücke«?
++++ Hintergründe zum Prozess
+++++ Was tun?
++++++ Mehr über Patientenverdatung
+++++++ Wiedergelesen: »Der Gesundheitschip«
> Bundestag beschließt Reform des Transplantationsgesetzes
Augen zu und durch
Am Freitag, 25. Mai, hat der Bundestag mit der Mehrheit von CDU/CSU, FDP und SPD eine Reform des Transplantationsgesetzes beschlossen. Eine öffentliche Expertenanhörung, erneut gefordert am 23. Mai von Linken und Grünen im Gesundheitsausschuss, gab es nicht mehr – einfach, weil die anderen Fraktionen geschlossen dagegen waren. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die seit Monaten im Fokus berechtigter Kritik steht, soll grundsätzlich weiter machen können wie bisher, ein »Masterplan«, angekündigt vom DSO-Stiftungsrat, scheint die Meinungsführer im Bundestag ruhig gestellt zu haben. Eklatante strukturelle Mängel in punkto Transparenz und Kontrolle, die im Transplantationswesen herrschen und auch von Insidern eingeräumt werden, wollen die meisten PolitikerInnen nun sehenden Auges fortbestehen lassen. Aber: Der nächste Skandal wird bestimmt bald ruchbar – vielleicht wird das ja dann Anlass genug sein, endlich Strukturen zu verändern, die Fehlverhalten bisher weitgehend haben gewähren lassen.
+ Beschlüsse des Bundestages
++ Vorläufiges Protokoll – Transplantationsgesetz ab Tagesordnungspunkt 31a
+++ Verschwiegene Manipulationen
++++ Leben »Hirntote« noch?
+++++ Organpolitik – anders befragt
++++++ Demonstratives Aufatmen der DSO-Führung
> Auf Rücktritt soll eine Art Flucht nach vorn folgen
Masterplan der DSO?
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigt langsam Wirkung: Nach anhaltenden Vorwürfen verspricht sie hinter den Kulissen, »mit Blick auf die Zukunft« transparenter zu werden. Die Vorsitzenden des Stiftungsrates haben sich einen »Masterplan zur Weiterentwicklung« ausgedacht – die Öffentlichkeit soll offenbar noch außen vor bleiben. Geht es nach den Plänen maßgebender PolitstrategInnen aus Union und SPD in Berlin, soll die Reform des Transplantationsgesetzes plus Einführung der umstrittenen »Entscheidungslösung« bereits am 25. Mai im Bundestag durchgestimmt werden, zwei Tage vorher berät noch mal der Gesundheitsausschuss. Komisch: Eine weitere, öffentliche Anhörung von Fachleuten soll nicht mehr stattfinden.
+ Die ganze Geschichte
+ Neu – und nicht nur für Fachkreise interessant
++ Die Politik soll draußen bleiben / Notfall »Organspende«?
+++ UPDATE: Am 10. Mai – rund zwei Wochen nach dem exklusiv-öffentlichen BioSkop-Blick hinter die Kulissen – hat die DSO per Pressemitteilung bekannt gegeben, dass ihr Stiftungsrat tatsächlich »Eckpunkte eines Masterplans« entworfen habe.
> Exklusive E-Mail-Botschaft von Organentnahme-Koordinatoren an Politiker
»Vorwürfe gegen DSO-Vorstand sind haltlos«
Im Bundestag hat sich eine interfraktionelle, 6-köpfige Arbeitsgruppe am 1. März auf die so genannte »Entscheidungslösung« zur »Organspende« geeinigt; am 22. März wurde ein Gesetzentwurf als parteiübergreifender Gruppenantrag in den Bundestag eingebracht – gestützt auf die mächtige Autorität der sachkundigen (?) Fraktionschefs. Rechtzeitig vor dem Verhandlungspoker der Unterhändler bekamen ausgewählte Parlamentarier eine E-Mail von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) – Betreff: »Anonyme Vorwürfe gegen den DSO-Vorstand sind haltlos«.
Wer hakt jetzt wirklich nach?
Das klingt ja ganz beruhigend. Merkwürdig nur: Die DSO, deren Öffentlichkeitsarbeiter gern Erfolgsmeldungen verbreiten, hat die Botschaft (bisher) nicht per Mitteilung an die Medien bekannt gemacht, auch nicht auf ihren neu gestylten Internetseiten. Dort steht aber, dass der Medizinische DSO-Vorstand Prof. Günter Kirste die ausgehandelte »Entscheidungslösung« ziemlich gut findet.
Also drängen sich spannende Fragen geradezu auf: Wollen es Politiker und Journalisten wirklich genau wissen, haken sie jetzt nach? Es gibt Anzeichen, jedenfalls erschienen Ende März erste Presseberichte und Politiker-Äußerungen über ein eigentlich vertrauliches Gutachten von Wirtschaftsprüfern. Was wir von dieser Expertise halten und welche neuen Fragen sich daraus ergeben, lesen Sie z.B. hier.
+ Der BIOSKOP-Artikel über die DSO-Mail
++ DOSSIER »DSO endlich auf dem Prüfstand!«
+++ Ignorierte Tatsachen
++++ Leben Hirntote noch?
+++++ Blick in den Bundestag
++++++ Blick zurück: »Langfristige Sicherung des Stiftungsvermögens gewährleistet« – mittels Erwerb von »SOLITÄR 12«
+++++++ Referenzen
++++++++ Eurotransplant – maßgeblich mit-made in Germany
Erklärung zur »Organspende« auf der Gesundheitschipkarte?
ZU RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN
Klicken Sie bitte hier!
> Geburt im Magnetresonanztomographen
Fragwürdiges Experiment
Das Berliner Universitätsklinikum Charité meldete am 7. Dezember 2010 eine »Weltpremiere«, vollbracht in der hauseigenen Radiologieabteilung: »Geburt im offenen MRT«. Viele Medien berichteten schnell und ziemlich euphorisch.
Was anschließend und hinter den Kulissen geschah, hat BIOSKOP recherchiert.
Die Medizinrechtsexpertin Ulrike Riedel meint, »dass hier auch der Frage nachzugehen ist, inwieweit es sich um eine fremdnützige Forschung an Nichteinwilligungsfähigen handelt«.
+ Die ganze Geschichte
++ Mehr über medizinische Versuche und Studien mit Menschen erfahren Sie hier
> Euthanasie und ÄrztInnenschaft
Notwendige Klarstellung – bedenkliche Grundsätze
»Keine ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung!« Diese Forderung, begründet in einer prägnanten Stellungnahme, schickten BioSkop und die Hospizvereinigung OMEGA im März an alle Landesärztekammern. Antworten gab es zwar nicht, aber am 1. Juni trafen die meisten DelegiertInnen des Deutschen Ärztetages eine gute Entscheidung.
Danach hatte es monatelang nicht ausgesehen.
Bedenklich und dringend reformbedürftig sind weiterhin die BÄK-Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung.
> Neugeborenenscreening
Informierte ÄrztInnen, aufgeklärte Eltern?
Das Gendiagnostikgesetz (GenDG) verlangt, dass genetische Proben »unverzüglich zu vernichten« sind, sobald sie nicht mehr für diejenigen Zwecke benötigt werden, für die sie veranlasst wurden. Das gilt auch für Blutproben, die beim Neugeborenenscreening auf angeborene Stoffwechselkrankheiten entnommen und analysiert werden. Doch nicht allen ÄrztInnen scheint die Rechtslage bewusst zu sein.
> Präimplantationsdiagnostik
»Unrealistisch und unverantwortlich«
Der Bundestag hat am 7. Juli entschieden, die Präimplantationsdiagnostik (PID) per Gesetz zu erlauben, Anlass bot ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Zahlreiche Fachleute und Organisationen, darunter BioSkop e.V., plädieren weiterhin dafür, die Selektion von Embryonen nach künstlicher Befruchtung (IVF) zu verbieten. »Eine eng begrenzte Zulassung der PID ist unrealistisch, eine generelle Zulassung unverantwortlich«, steht über der gemeinsamen Stellungnahme.
+ Mehr zu den Themen PID und Reproduktionsmedizin
++ Wer trifft Entscheidungen, wer hat Macht und Ressourcen hierzulande, wer beeinflusst Politik – handeln hier konkrete Menschen oder erledigt das stellvertretend ein abstrakter, so genannter wissenschaftlicher Fortschritt? Denkwürdige Aussagen des neu gewählten Ärzte-Präsidenten F.U. Montgomery, veröffentlicht in einem Gespräch, das er Journalistinnen der FAZ gewährt hat: »Wir leben in einer Welt der Salami-Ethik«
> Bioethik
Gezielte Provokationen
Es ist wahr: Peter Singer hat einen »Ethik-Preis« bekommen, überreicht in der Deutschen Nationalbibliothek. Dagegen sind vielfältige Proteste laut geworden – und das ist gut so! Aber: Öffentliches Aufsehen, das darf man annehmen, haben die Preisstifter sicher einkalkuliert – wohl auch, um überhaupt mal in einige Zeitungen zu kommen. Singers Thesen zeitigen Wirkung, sogar in wichtigen Medien. Erinnert sei hier nur an ein weiteres, ausgezeichnetes Werk (»Der gute Tod«) eines renommierten Journalisten. Die Preisverleihung im seriösen Ambiente haben wir Ende 2006 im newsletter Behindertenpolitik (Nr. 26) eingehend
> Brisante Forschung
»Netzwerk Mentale Retardierung«
4,1 Millionen Euro hat das Wissenschaftler-Netzwerk »Mentale Retardierung« (MRNET) seit April 2008 vom Bundesministerium für Forschung (BMBF) erhalten. Die Humangenetiker, die »genetische Ursachen« geistiger Behinderung finden wollen, müssen sich ab Frühjahr 2011 neue Finanziers suchen: Das BMBF hat angekündigt, die umstrittene Forschung nicht weiter zu fördern – und damit wohl auf wachsenden öffentlichen Druck reagiert.
Sie können BioSkop unterstützen!

