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EDITORIAL Heft Nr. 79 (März 2020)

Ode an die Freude

Die „Ode an die Freude“ ist ein bekannter und vielgespielter Satz aus Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, die im Mai 1824 uraufgeführt wurde. Wir wollten damit von der newsletter-Redaktion dem berühmten Komponisten unsere Reverenz erweisen. Denn in diesem Jahr wird landauf, landab, nicht nur in Deutschland, sein 250. Geburtstag gefeiert. Das Erinnern an dieses Geburtstags- Jubiläum (darin steckt das Wort jubilieren) ist uns deshalb ein Anliegen, weil Beethoven nicht nur berühmt, sondern auch durch seinen späteren Gehörverlust als Mensch mit Behinderung gelten kann. Und bekanntlich hält sich die Zahl international bekannter und gedenkwürdiger Behinderter doch arg in Grenzen.

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Der Titel der erwähnten Ode nimmt Bezug auf Friedrich Schillers Gedicht „An die Freude“. Schiller, ebenfalls eine Berühmtheit deutscher Kultur, lässt vergessen, dass auch Menschen mit Handicaps schon seit Jahrhunderten in der Kunst präsent sind. Christian Mürners neue Veröffentlichung „Am Beispiel des Bauern Engelmair“ stellt einige, zeitweise sogar bekannte Persönlichkeiten vor. Volker van der Locht bespricht das Buch auf Seite 6.

Gar keine Freude bereiten leider andere Themen der vorliegenden Ausgabe. Hier können VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Pharmaindustrie etc. geradezu als Spaßbremsen bezeichnet werden. In diesem Sinne ist die Präimplantationsdiagnostik nach einem Bericht der Bundesregierung in Deutschland langsam, aber sicher auf dem Vormarsch. Intransparente Selektion meint Erika Feyerabend (Seite 4).

Auch das oft so gerühmte Bundesverfassungsgericht kann sich in die Riege der Spaßbremsen einreihen. 75 Jahre nach Auschwitz hat es mit seiner Entscheidung zur Freigabe der (geschäftsmäßigen) Suizid-Beihilfe der Lebensfreude behinderter Menschen einen gehörigen Dämpfer verpasst. Über Hintergründe und gesellschaftliche Kontexte berichtet Volker van der Locht (Seite 2).

Vielleicht hilft hier ein Blick nach draußen. Ganz ohne DIN-Normen und sonstigen Vorschriften werden in Kenia inklusiv und ökologisch aus Schrott Hilfsmittel für Behinderte gefertigt. Selbstermächtigung stiftet Lebensfreude (Seite 1).

Neben den schönen und weniger schönen Ereignissen steht ja noch der Frühling bevor. Wenn das kein Grund zur Freude ist. In diesem Sinne hoffen wir, unseren Leserinnen und Lesern eine interessante Mischung von Artikeln zusammengestellt zu haben.

Für die newsletter-Redaktion

VOLKER VAN DER LOCHT

Die aktuelle Ausgabe Nr. 79 des newsletter Behindertenpolitik erschien als Beilage zu BIOSKOP Nr. 89.

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