BioSkop unterstützen! Kontakt Über uns
Kontakt Impressum

EDITORIAL Heft Nr. 81 (September 2020)

Belebende Geschichte

„Uebrigens ist mir Alles verhasst, was mich bloss belehrt, ohne meine Thätigkeit zu vermehren, oder unmittelbar zu beleben“. Diese Worte von Johann Wolfgang von Goethe wählte Friedrich Nietzsche zur Einleitung seiner Schrift „Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben“. Er kritisierte damit die damalige Darstellung der Geschichte als bloße Wiedergabe abstrakter, lebloser Daten.

newsletter_81_188px.jpg

Belebend wird Geschichte dann, wenn wir sie mit der eigenen Familie und persönlichen Biographien verknüpfen können. Das gilt besonders für die Zeit des Nationalsozialismus. Dann kann Geschichte zur „unerhörten Geschichte“ werden. Barbara Stellbrink-Kesy stellt ihr demnächst erscheinendes Buch vor (Seite 2).

Belebend ist nach Goethe ebenso „vermehrte Tätigkeit“ – zum Beispiel durch kreatives Schaffen von Kunstwerken. Volker van der Locht weist in seinem Beitrag zu Christian Mürners neuer Publikation zum „Beteiligungscharakter der Kunst“ und zum 40jährigen Jubiläum der Hamburger Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“ darauf hin: kreativ tätig zu sein, kann ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen sein (Seite 4).

Behinderung ist für viele Nichtbehinderte zumeist noch Defizit und eingeschränkte Tätigkeit. Dass dem nicht so sein muss, zeigen die „belebenden“ Erfahrungen von Dörte Maack. Erika Feyerabend bespricht ihr Buch „Wie man aus Trümmern ein Schloss baut“ auf Seite 7.

Mag die Hitze der vergangenen Sommermonate eine gewisse Trägheit zur Folge gehabt haben, so hoffen wir doch, den Leserinnen und Lesern mit den Beiträgen dieser Ausgabe des newsletters, ganz im Sinne Goethes, einen belebenden Impuls zu geben.

Für die newsletter-Redaktion

VOLKER VAN DER LOCHT

Die aktuelle Ausgabe Nr. 81 des newsletter Behindertenpolitik erschien als Beilage zu BIOSKOP Nr. 91.

Hier können Sie das aktuelle Heft BESTELLEN.

ABONNIEREN Sie BIOSKOP! Dann erhalten Sie den newsletter Behindertenpolitik regelmäßig gratis dazu.