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EDITORIAL Heft Nr. 101 (September 2025)

Vergangenheit, Zukunft – Gegenwart

Wenn unsere Autorin Rebecca Maskos über ihre „behinderte Zukunft“ schreibt (Siehe Seite 1), hinterlässt das mindestens zwei Einsichten: Das Tun einzelner Menschen hat etwas mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung ermöglicht. Die Kämpfe der Behindertenbewegung auch.

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Aber wenn wir die vielen wissenschaftlichen Forschungen und gesundheitspolitischen Realitäten wahrnehmen, kommen Zweifel auf, ob aus den Verbrechen der Vergangenheit wirklich Erkenntnisse gewonnen und Konsequenzen gezogen wurden. Heute wird viel getan, um die Existenz behinderter Menschen vorgeburtlich zu vermeiden. Behinderten, pflegebedürftigen und alten Menschen wird ein selbst „gewählter“ Suizid als eine Option nahegelegt.

Immerhin gibt es nun eine Art digitalen Gedenkort für die Opfer nationalsozialistischer Forschungsprojekte in zwei Kaiser-Wilhelm-Instituten (Seite 8).

Erinnern können wir uns auch an Erich Fried, den bekannten Schriftsteller, verfolgten Juden im Nationalsozialismus und – kaum bekannt – Menschen mit Behinderung. Er war nicht nur Opfer, sondern hat auch Menschen vor der Vernichtung gerettet. Daran erinnert Udo Sierck (Seite 4).

Gegenwärtig wird in den vielen Kriegen massenhaft Behinderung erzeugt. Michael Zander beschreibt, wie in Gaza über Hungersnöte und Bomben verletzt und getötet wird – und dass über die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung medial kaum berichtet wird (Seite 6).

Es gab und gibt immer Menschen, selbst in den düstersten Zeiten, die sich eingesetzt haben, für Menschen mit Behinderung, für Verfolgte, für Frieden. Daran zu erinnern, daraus zu lernen für mehr Menschenwürde und Menschenrechte in Gegenwart und Zukunft, ist möglich und wünschenswert.

Erika Feyerabend für das Team der Newsletter-Redaktion

Die aktuelle Ausgabe Nr. 101 des newsletter Behindertenpolitik erschien als Beilage zu BIOSKOP Nr. 111.

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