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Wolfgang Linder

Jurist, stv. bremischer Datenschutzbeauftragter im Ruhestand, heute aktiv im Komitee für Grundrechte und Demokratie und in der Aktion Stoppt die E-Card, Bremen

»Big Data droht die letzten Reservate von Privatsphäre abzuräumen. E-Card und Nationale Kohorte sind Beispiele dafür. Kritische Stimmen gegen profit- und technikorientierte Gesundheitsökonomie haben es schwer, in den Medien zur Geltung zu kommen. BioSkop ist eine rühmliche Ausnahme.«

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Andreas Heller

Professor für Palliative Care und Organisationsethik, Universität Graz

»Ich fördere und lese BIOSKOP, weil ich mit anderen BioSkop buchstabieren gelernt habe: B = bedeutsam; I = innovativ; O = offen; S = standpunktsicher; K = klärend; O = ohne; P = Punkt und Komma parteiisch.«

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 Nr. 94 (Juni 2021)

Die Themen im Überblick

>>> BIOSKOP Schwerpunkt

»Digitale Gesundheit«

Ausgewählte Berater*innen des Bundesministeriums für Gesundheit behaupten: »Daten teilen heißt besser heilen«. Der Slogan steht im Gutachten »Digitalisierung für Gesundheit«, erstellt vom 7-köpfigen Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR). Dessen Empfehlungen zielen im Kern darauf, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von Patient*innen einzuschränken. Außerdem definieren diese Fachleute neu, was unter Solidarität verstanden werden soll. Derweil warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Hackerangriffen auf Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen – Attacken, die es hierzulande ja schon gegeben hat.

BIOSKOP beleuchtet das SVR-Gutachten und blickt in den jüngsten BSI-Bericht zur IT-Sicherheit in Deutschland. Und BIOSKOP hat die Soziologin Maike Janssen im Interview gebeten zu erklären, ob und wie Patient*innen im digitalisierten Medizin- und Forschungsbetrieb gut informiert (mit)entscheiden können.


>>> Corona-Pandemie

Anhaltende Ungewissheiten

Aus der Pandemie würden vor allem Impfungen führen, kommunizieren seit Monaten diverse Wissenschaftler*innen und Politiker*innen; Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant bereits die nächste Impfkampagne. Zudem wird seit Mitte Juni der digitale Impfpass eingeführt; wer geimpft ist, kann mit mehr »Freiheiten« rechnen, verheißt die Politik. Allerdings ist mittlerweile klar: Auch wer vollständig geimpft ist, kann sich – wenn auch selten – mit dem Coronavirus infizieren. Wobei ungewiss ist, wie lange die Impfwirkung anhalten kann. Und unbekannt ist auch, ob und in welchem Ausmaß geimpfte, aber infizierte Menschen das Coronavirus auf andere Menschen übertragen können.

BIOSKOP fragt: Was bedeutet die Impf-Strategie für Menschen, die sich lieber nicht impfen lassen wollen? Und BIOSKOP schaut in einen »Sicherheitsbericht« des Paul-Ehrlich-Instituts über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen.


>>> Euthanasie

Ärzte als Suizid-Assistenten?

Der Deutsche Ärztetag hat im Mai 2021 das Verbot ärztlicher Hilfe zum Suizid von Patient*innen aus der Musterberufsordnung gestrichen. Der Palliativmediziner Prof. Andreas S. Lübbe nimmt das ärztliche Selbstverständnis unter die Lupe und schreibt: »Wer die ärztlich assistierte Selbsttötung befürwortet, redet moralisch auch der hierzulande noch verbotenen Tötung auf Verlangen das Wort.«

BIOSKOP druckt Lübbes kritische Analyse. Und BIOSKOP berichtet, dass eine Regulierung der Suizidhilfe, propagiert und angestrebt von Bundestagsabgeordneten wie Katrin Helling-Plahr und Karl Lauterbach, vor der Wahl am 26. September doch eher unwahrscheinlich ist.


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