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| Zeitschrift zur Beobachtung der Biowissenschaften und ihrer Technologien |
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Nr. 30, Juni 2005 |
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"Public Health Genetics"BioethikerInnen propagieren eine neue Disziplin: "Public Health Genetics". Sie zielt auf systematische Nutzung molekulargenetischer Informationen für staatliche Strategien der Gesundheitsförderung, Prävention und Verhaltenskontrolle. Massen-Gentests sollen Menschen mit Risiken für weit verbreitete Krankheiten identifizieren; wissenschaftliche Grundlagen sollen Biobanken und genetisch-epidemiologische Studien liefern. Ein Gutachten, finanziert von der Friedrich-Ebert-Stiftung, skizziert Konturen eines genetischen Vorsorge- und Kontrollstaates. BIOSKOP nimmt das Werk der AutorInnen Angela Brand, Peter Dabrock, Norbert W. Paul und Peter Schröder kritisch unter die Lupe. Und BIOSKOP stellt ein Pilotprojekt vor, das bezweckt, "Public Health Genetics" in Deutschland hoffähig zu machen.
Neue Technik, alte VersprechenDie Vorsilbe "Nano" ist zu einem Lieblingswort vieler WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen geworden. Mit "Nano" lassen sich Fortschrittshoffnungen, Wirtschaftsboom, Arbeitsplätze und Lösungen für viele Weltprobleme verknüpfen - oder auch einfach Forschungsgelder beantragen. Wieder einmal wird verheißen, was auch für die - bislang gescheiterten -Versuche mit "Gentherapien" versprochen wurde: Krankheiten, die heute noch unheilbar sind, sollen irgendwann besiegt werden können. BIOSKOP beschreibt, wie NanotechnologInnen sich die Medizin von morgen vorstellen. Und BIOSKOP nennt Initiativen, die eine öffentliche Auseinandersetzung über Nanotechnologie und ihre gesellschaftlichen Folgen fordern.
Neuwahlen zum Bundestag - und dann?Voraussichtlich im September wird der Bundestag neu gewählt. Die Überraschung, eingestielt von Kanzler Gerhard Schröder und SPD-Parteichef Franz Müntefering, hat mindestens zwei positive Effekte: Die vorbereiteten Gesetzentwürfe zu Patientenverfügungen und Gentests landen im Archiv - vorerst jedenfalls. Ob die Enquetekommission zur Medizinethik und der Nationale Ethikrat in der kommenden Legislaturperiode weiter machen können, ist ungewiss. BIOSKOP blickt zurück auf die biopolitische Bilanz von Rot-Grün und Positionen der Medizinethik-Enquete. Und BIOSKOP schaut nach vorn: zwei Kanzler-KandidatInnen, ein biopolitischer Kurs. |
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