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Zeitschrift zur Beobachtung
der Biowissenschaften und ihrer Technologien

Nr. 27, September 2004

 

"BIOSKOP-Wirbel" BIOSKOP-Schwerpunkt:

”Sterbehilfe”, Patientenverfügungen, Unterversorgung

Rot-Grün will Patientenverfügungen rechtsverbindlich machen. Das bedeutet: Kranke sollen künftig verlangen können, dass ÄrztInnen und Pflegekräfte gezielt ihren Tod herbeiführen. So würde das gesellschaftliche Tötungsverbot faktisch aufgehoben. Gleichzeitig belegen Studien, was längst bekannt ist: In vielen Pflegeheimen und Kliniken herrscht chronische Unterversorgung. Für Rationierer sind Patientenverfügungen willkommen: Sie werden solche Voraberklärungen auf Behandlungsverzicht dazu nutzen, weiteren Abbau von Pflegepersonal und Ressourcen politisch zu rechtfertigen.

BIOSKOP beleuchtet Regierungspläne und kalkulierte Unterversorgung. [Mehr]

Und BIOSKOP ruft dazu auf, den Appell an den Bundestag zu unterstützen: ”Das gesellschaftliche Tötungsverbot darf nicht angetastet werden!”"

Zum Appell von BIOSKOP und OMEGA e.V.

 


"BIOSKOP-Wirbel"Forschung am Menschen

”Schwere Missstände”

Ethikkommissionen sollen Nutzen und Risiken medizinischer Forschungsvorhaben sorgfältig abwägen und den Schutz der VersuchsteilnehmerInnen gewährleisten. Dass der öffentlich propagierte Anspruch und die Wirklichkeit hinter verschlossenen Türen weit auseinander liegen können, zeigt der Alltag am Rudolf-Virchow-Klinikum der Berliner Charité: ”Schwere Missstände bei der Arbeitsweise der Ethikkommission” kritisiert Karin Köppen vom Berliner Forum Patienteninteressen: Beratungen fänden unter enormem Zeitdruck statt, viele Kommissionsmitglieder kämen nicht zu den Sitzungen. Köppen hat die Aufsichtsbehörde informiert. Doch die schweigt.

BIOSKOP dokumentiert Auszüge aus Beschwerdebriefen an die Berliner Senatsverwaltung und den Vorsitzenden der Virchow-Ethikkommission. Und BIOSKOP benennt strukturelle Defizite solcher Gremien.

 


"BIOSKOP-Wirbel"Transplantationsmedizin

Organhandel-Ermittlungen eingestellt, Bundesverdienstkreuz überreicht

Wegen des Verdachts des verbotenen Organhandels hat die Essener Staatsanwaltschaft in vier Fällen gegen Patienten und Organvermittler aus Israel sowie Nierenspender aus Osteuropa ermittelt. Hinweise hatte ein Dossier der Wochenzeitung Die Zeit gegeben. In der Zeit-Ausgabe vom 5. Dezember 2002 hieß es: ”Nach der Statistik des israelischen Krankenkassen-Manager Rosenfeld wurden in den vergangenen zwei Jahren sieben gekaufte Nieren in Deutschland transplantiert, alle in Essen.”. Im Juni 2004 stellten die Strafverfolger ihre Bemühungen ”mangels hinreichenden Tatverdachts” ein - allerdings ohne Alfred Rosenfeld jemals vernommen zu haben.

BIOSKOP informiert über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und ihre Grenzen. Und BIOSKOP staunt über NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück: Der hat dem Essener Cheftransplanteur Prof. Christoph Broelsch das Bundesverdienstkreuz überreicht - zwei Monate nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens.

>> Vollständiger Artikel

Beilage:
Newsletter Behindertenpolitik Nr. 17

  • Gusti Steiner ist tot - Persönliche Erinnerungen von Heidrun Sudhoff an den Mitbegründer der emanzipatorischen Behindertenbewegung
  • Abschied vom Versorgungsauftrag? - Welche Folgen die Gesundheitsreform für Menschen mit Atemwegserkrankungen hat
  • ”’Körperbehinderte’ zwischen Selbstaufgabe und Emanzipation: Selbsthilfe - Integration - Aussonderung” - ein Buch von Petra Fuchs über die Wurzeln der Behindertenbewegung in der Weimarer Republik
  • Vor 70 Jahren: ”daß man, um wirklich als Hebamme arbeiten zu können, zunächst
    überzeugte Nationalsozialistin sein muß”
  • Nachrichten
  • Online-Tipp: Der newsletter Behindertenpolitik im Internet

Weitere Themen:

  • BIOSKOP-Leitartikel: Ethik der Notwendigkeiten
  • Leben mit einem behinderten Kind
  • Wer vom Börsengang von deCode genetics profitiert hat - und wer nicht
  • Kaufmännische Krankenkasse wirbt für Gentests
  • ”Europäische Rutschbahnen” - TA-Studie zur Präimplantationsdiagnostik
  • Zweifel an der Wirksamkeit von Arzneien, die Alzheimerkranken helfen sollen
  • ”Erkundungen in einer gefährlichen Zone” - BioSkop- Tagung beleuchtet Kooperationen zwischen Selbsthilfegruppen und Pharmafirmen
  • Tag der Impfaufklärung
  • Was passiert eigentlich mit Blut- und Gewebeproben? Fragen Sie mal nach!
  • Interessante Veranstaltungen
  • Literaturtipps
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Aktueller Veranstaltungshinweis

Bioskop-Tagung am 12. und 13. November 2004 in Essen

Informationen im PDF-Format zu dieser Tagung können auch hier heruntergeladen werden  
Info-Faltblatt

 


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