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Zeitschrift zur Beobachtung
der Biowissenschaften und ihrer Technologien

Aus dem Inhalt der Ausgabe Nr. 3, September 1998:

großer "BIOSKOP-Wirbel"BIOSKOP-Schwerpunkt:

Gentech-Medikamente

Rund 50 gentechnisch hergestellte Medikamente werden derzeit in Deutschland angeboten, etwa 200 sind weltweit in der klinischen Erprobung, weitere 300 in der Entwicklung. In naher Zukunft, so die Vision des Verbandes Forschender Arneimittelhersteller (VFA) würden dann nur noch gentechnologische Medikamente hergestellt. Die Pharmalobby gibt sich euphorisch – dabei müßten Studienergebnisse zu Wirkungen und Nebenwirkungen gentechnisch hergestellter Arzneimittel eigentlich ernüchternd wirken.

BIOSKOP setzt dem Zukunftsentwurf der Pharmaunternehmen Hintergrundinformationen aus der Gegenwart entgegen. Und BIOSKOP beleuchtet eine brisante Änderung des Arzneimittelgesetzes, die Kontrollmöglichkeiten bei Medikamentenversuchen weiter einschränkt.



"BIOSKOP-Wirbel"

kleiner Pfeil nach rechts Euthanasie

Bundesärztekammer will tödliche Unterlassungen festschreiben

Der Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) will MedizinerInnen erlauben, was kein deutsches Gesetz erlaubt: den Abbruch medizinischer Behandlung mit Todesfolge und das gezielte Verhungernlassen von Menschen, die überhaupt nicht im Sterben liegen. Dies jedenfalls sieht der überarbeitete, lange intern diskutierte Entwurf einer »Richtlinie zur ärztlichen Sterbebegleitung« für bestimmte PatientInnengruppen vor; betroffen wären zum Beispiel schwerstbehinderte Neugeborene, komatöse und demenzkranke Menschen, sofern sie mit der todbringenden Unterlassung »mutmaßlich einverstanden« sind. Am 11. September will der BÄK-Vorstand die Richtlinie endgültig beschließen – Protest dagegen ist noch möglich.

BIOSKOP stellt die brisantesten Inhalte der geplanten Richtlinie vor und läßt eine Hospiz-Initiative zu Wort kommen. Ihr Standpunkt ist eindeutig: »Wir lehnen den Entzug von Nahrung und Flüssigkeit bei Menschen, die sich nicht äußern können, ausnahmslos ab.«



"BIOSKOP-Wirbel"

kleiner Pfeil nach rechts Bioethik-Offensive

Forschungsprogramm soll Bioethiker fördern und »soziale Risiken« managen

Die akademische Rechtfertigungsdisziplin »Bioethik« soll in Deutschland systematisch gefördert, ausgebaut und vernetzt werden. Darauf zielt eine Anstrengung, die Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gestartet haben. Ihre »Förderinitiative Bioethik« wird aus Steuergeldern finanziert, doch entsprechende Parlamentsbeschlüsse gibt es nicht. Außerdem wird am Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik ein »Deutsches Referenzzentrum für Bioethik« aufgebaut. Leiter ist Profesor Ludger Honnefelder, der sich im Auftrag der Bundesregierung maßgeblich an der Ausarbeitung der Europäischen Bioethik-Konvention beteiligt hat.

BIOSKOP gibt einen detaillierten Einblick in das neue Bioethik-Programm, stellt wichtige Teilnehmer vor und informiert über deren bisherige Aktivitäten.



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