| BioSkop - Forum zur Beobachtung
der Biowissenschaften und ihrer Technologien |
Einladung zur BioSkop-Tagung am 21./22. November in Essen
Die Debatte über Rationierung medizinischer Leistungen läuft auf Hochtouren. Mit einer Tagung am 21./22. November in Essen wird BioSkop e.V. sich einmischen und das »Labyrinth der Gesundheitsökonomie und Überwachung« ausleuchten.
Auch wenn viel von »Effizienz« und verbesserter »Qualität« die Rede ist: Im umkämpften Gesundheitswesen geht es vor allem um die Verteilung von Geld und Macht. Die finanziellen Ressourcen werden von Politik und Gesundheitsverwaltung immer dann als knapp deklariert, wenn es um die Krankenbehandlung geht. Das »medizinisch Notwendige« - ein höchst dehnungsfähiger Begriff - soll zwar noch gesellschaftlich gewährleistet werden. Aber bioethische Sagbarkeiten haben sich längst verschoben, beispielsweise mit dem Vorschlag, medizinische Behandlungen von über 75-jährigen PatientInnen zu beschränken. Zeitgleich werden politische Konzepte laut, die fordern, bestimmte Therapien nicht mehr solidarisch, sondern nur noch privat zu finanzieren.
»Prävention«, »Früherkennung«, »Reihenuntersuchungen« gelten als Schlüsseltechnologien der Zukunft. Dahinter steckt die Logik: Wer Krankheiten und »Risiken« möglichst früh erkennt, verhindert Krankheiten - und vor allem deren Kosten. Was sich so selbstverständlich anhört, muss nicht stimmen und auch nicht einziger Motor diagnostischer Überwachung ganzer Bevölkerungsgruppen sein. Wird die allgegenwärtige Rede von der „Selbstverantwortung« am Ende jene treffen, die sich wider besseren »Wissens« nicht ans Risikomanagement gehalten haben und sich der biomedizinischen Beobachtungskunst verweigern? Wird Kranksein dann zur individuellen Schuld? Die »riskanten« Gesunden stehen jedenfalls immer stärker im Fokus molekularer Medizin und medizinischer Statistik.
Aller Vermeidungsbemühungen und Forschungen zum Trotz werden gerade in den Industriegesellschaften Menschen krank, vor allem chronisch krank. An ihnen scheitern medizinische Disziplinen, die Gesundheit herstellen wollen und Versicherungen, die möglichst kostengünstige Mitglieder umwerben. Auch hier gibt es Modelle, die Probleme aller lösen sollen. »Disease Management« heißt das Zauberwort, das Krankenversicherungen zusätzliche Gelder und bislang nicht zugängliche Krankendaten erschließt. Aber was haben die chronisch Kranken davon?
Gelegenheit zur Suche nach Antworten und Anregungen und zum intensiven Erfahrungsaustausch bietet die BioSkop-Tagung. Referieren und debattieren werden:
BioSkop freut sich auf spannende Vorträge und Diskussionen mit vielen TeilnehmerInnen.
Programm und Anmeldungsunterlagen bitte anfordern bei BioSkop e.V.
Erika Feyerabend
Bochumer Landstr. 144a, 45276 Essen, Telefon (0201) 5366706, Fax 5366705,
E-Mail: erika.feyerabend@t-online.de
update: 18.3.204 |