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Nr. 06 (Juni 1999)


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Das Wichtigste im Überblick

BIOSKOP-Schwerpunkt

»Life-Sciences«-Industrie

Aventis – unter diesem Namen soll im November ein neuer »Life-Sciences«-Konzern entstehen, wenn die Frankfurter Hoechst AG und der französische Pharmahersteller Rhone-Poulenc fusionieren. Der neue Konzern will weltweit eine Führungsrolle spielen: nicht nur auf dem Arzneimittelmarkt, sondern auch beim Geschäft mit Pestiziden, gentechnisch manipulierten Pflanzen und Tiermedikamenten. Dabei setzen die Hoechst-Manager insbesondere auf Gentech-Medikamente. Am bekanntesten ist das Humaninsulin, das bald eine Milliarde Mark Umsatz im Jahr bringen soll. Doch Berichte aus Großbritannien zeigen: Humaninsulin kann diabeteskranke Menschen gefährden.

BIOSKOP beleuchtet Strategie und Ziele des geplanten deutsch-französischen »Life-Sciences«-Konzerns und berichtet über alarmierende Ergebnisse einer britischen Studie, die zusammenfaßt, welche Erfahrungen diabeteskranke Menschen mit Gentech-Insulin gemacht haben.


Organtransplantation

Gesundheitsministerin Fischer unterstützt Transplantationslobby

Andrea Fischer, Bundesgesundheitsministerin mit bündnisgrünem Parteibuch, übernimmt die Schirmherrschaft über den »Arbeitskreis Organspende« (AKO). Rund 30 Verbände sind im AKO vereint, unter anderem Bundesärztekammer, ADAC und Rotes Kreuz. Gemeinsam werben sie für »Organspende« – mit beträchtlichem finanziellen Aufwand und bemerkenswert einseitig. Fischers neues Ehrenamt überrascht sicher auch einige ihrer ParteifreundInnen. Denn vor zwei Jahren, bei der entscheidenden Abstimmung zum Transplantationsgesetz (TPG), hatte die Oppositionspolitikerin Fischer den Entwurf ihres Vorgängers Horst Seehofer (CSU) noch entschieden abgelehnt. Umstritten damals wie heute: das Konzept des »Hirntodes«, das per TPG mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt wurde, um die strafffreie Entnahme von Körperteilen zu ermöglichen.

BIOSKOP wundert sich über Fischers neue Schirmherrschaft und informiert über den Entwurf eines Protokolls zur »Transplantation von Organen und Geweben menschlichen Ursprungs«, das die Bioethik-Konvention des Europarates ergänzen soll.


Bevölkerungspolitik

»Kostenfaktor Mensch« im Blick

Kosten-Nutzen-Kalkulationen sind eine Selbstverständlichkeit in Szenarien von Gesundheitsökonomen und Sozialplanern. Ein »Zuviel« an alten, behinderten und chronisch kranken Menschen gilt ihnen als »Kostenfaktor«, der nicht mehr bezahlbar sein soll. Genetiker und Pränataldiagnostiker haben die Perspektive, »im Interesse zukünftiger Generationen« zu handeln. Und mit eben dieser Zukunftsformel begründen auch PolitikerInnen aus den Industriestaaten, warum sie Programme zu »Geburtenkontrolle« und Sterilisationen in der sogenannten »Dritten Welt« finanzieren. Bevölkerungspolitik steht Ende Juni wieder auf der Tagesordnung. Dann treffen sich die Vereinten Nationen zu einer Sonderversammlung in New York.

BIOSKOP nimmt unter die Lupe, welche Beiträge zur »Geburtenkontrolle« deutsche PolitikerInnen und die »Deutsche Stiftung Weltbevölkerung« leisten.


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