Pilotausgabe (Dezember 1997)
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Das Wichtigste im Überblick
BIOSKOP-Schwerpunkt
Experimente mit Menschen
Die heftig umstrittene Bioethik-Konvention des Europarates erlaubt fremdnützige Forschung an nichteinwilligungsfähigen PatientInnen, also an bewußtlosen, dementen und geistig behinderten Menschen. Solche Eingriffe ohne therapeutischen Nutzen sind in Deutschland verboten, und Regierung wie Parlament haben sich angesichts massenhafter Proteste bisher nicht getraut, die Bioethik-Konvention in Kraft zu setzen. Trotzdem experimentiert der Berliner Neurologe Prof. Karl Einhäupl bereits mit Menschen im Wachkoma. Bei seiner Studie, betont Einhäupl, sei »ein Nutzen geradezu ausgeschlossen« für die beforschten PatientInnen. Und der Neurologe fügt hinzu: »Wir versuchen, Kriterien zu finden, die uns erlauben zu sagen, daß der jeweilige Patient keine Chance mehr hat, zu einem kommunikativen Leben zurückzukommen.«
BIOSKOP gibt einen Einblick in Einhäupls Experimente. Und BIOSKOP informiert, wie und wo sich die internationale Lobby für Humanexperimente bereits durchgesetzt hat.
Euthanasie
Pläne, Richtlinien, Geschäfte
1998 will der Vorstand der Bundesärztekammer eine neue »Richtlinie zur ärztlichen Sterbebegleitung und den Grenzen zumutbarer Behandlung« beschließen. Der vorliegende Entwurf sieht vor, was in der Bundesrepublik bislang undenkbar war: Verzicht und Abbruch medizinischer Behandlung bei Menschen, die überhaupt nicht im Sterben liegen. Derweil sind die britischen KinderärztInnen bereits einen Schritt weitergegangen: Ihre neue Richtlinien rechtfertigen todbringende Unterlassungen bereits dann, wenn MedizinerInnen schwerkranken Kindern attestieren, sie hätten »keine Chance« mehr oder eine Behandlung sei »ohne Zweck«. Auch Eltern können im Vereinigten Königreich zu Herren über Leben und Tod werden: Meinen sie, eine Weiterbehandlung sei für das Kind »nicht ertragbar«, kann der behandelnde Mediziner abschalten.
BIOSKOP erläutert die Pläne der Bundesärztekammer, berichtet über die britische Kinder-»Sterbehilferichtlinie«. Und BIOSKOP informiert, wie ein US-amerikanischer Euthanasiearzt seine PatientInnen als »OrganspenderInnen« anpreist.
Transplantationsmedizin
Einseitige Aufklärung der Aufklärungszentrale
Das erste deutsche Gesetz zur Transplantation menschlicher Organe ist am 1. Dezember 1997 in Kraft getreten. Ziel dieses umstrittenen Paragraphenwerkes ist es, mehr Menschen zu bewegen, sich im Falle des sogenannten »Hirntodes« ihre Körperstücke entnehmen zu lassen. An der Überedungsarbeit beteiligt sich auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die eine »Entscheidungshilfe zu den Themen Organspende« verfaßt hat und fleißig verbreitet.
BIOSKOP hat die aus Steuergeldern finanzierte Broschüre unter die Lupe genommen. Und BIOSKOP resümiert: Die »Entscheidungshilfe« ist einseitig, teilweise falsch und deshalb nicht förderungswürdig.
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