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EDITORIAL Heft Nr. 71 (März 2018)

„Die Freiheit, frei zu sein“

So lautet der Titel einer Publikation, die auf einen erst kürzlich entdeckten Vortrag von Hannah Arendt gründet. Es geht in diesem Text um das große Thema Freiheit und Revolution. So weitgespannt kann der newsletter sicher nicht ausholen. Gleichwohl kann Hannah Arendts Postulat als Motto der vorliegenden Ausgabe vorangestellt werden.

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Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der Globalisierung und Internationalisierung der Politik. Denn es sind hier Artikel versammelt, in denen Menschen mit Behinderung nicht-deutscher Herkunft sich die Freiheit nehmen, frei zu sein, während vorwiegend „deutsche“ Nichtbehinderte mal wieder unangenehm auffallen.

Trotz des nicht endenden Inklusions-Hypes um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland gibt es noch immer starke Kräfte, die die Sterilisation von geistig behinderten Frauen befürworten. Das weckt nicht nur unangenehme Erinnerungen an den deutschen Staat, als dessen Rechtsnachfolger sich die Bundesrepublik versteht. Es verweist auch auf gesellschaftliche Randbereiche, in denen behinderte Menschen offensichtlich nicht vom Inklusionsdiskurs berührt werden. Erika Feyerabend sprach mit einer gesetzlichen Betreuerin über die Hintergründe einer drohenden Sterilisation einer geistig behinderten Frau in einer stationären Einrichtung (Seite 2).

Dagegen nehmen sich nichtdeutsche Behinderte das Recht der Freiheit, frei zu sein. Imanol Etxeberria Labayen berichtet über die Initiative „Begiris Elkartea“, die sich für gesellschaftliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen im Baskenland/Spanien einsetzt (Seite 1).

Ergänzend zu den vorwiegend spanisch sprechenden Weltregionen stellt Volker van der Locht die neue Ausgabe der „Informationsstelle Lateinamerika“ vor. Es geht um psychische Gesundheit in lateinamerikanischen Staaten und wie sich dort psychisch kranke Menschen die Handlungskompetenz und Freiheit zurückerobern (Seite 4).

Zurück in Deutschland: Christian Mürner berichtet über das einzige Beispiel gelungener Inklusion in dieser Ausgabe. Er erinnert an den im Iran geborenen und kürzlich verstorbenen blinden Journalisten Keyvan Dahesch (Seite 6).

Wir hoffen mit dieser Artikelsammlung den LeserInnen einen bunten Strauß verschiedener Themen präsentiert zu haben und wünschen allen einen schönen Frühlingsanfang.

Für die newsletter-Redaktion

VOLKER VAN DER LOCHT

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Die aktuelle Ausgabe Nr. 71 des newsletter Behindertenpolitik erschien als Beilage zu BIOSKOP Nr. 81.

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