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BioSkop – Forum zur Beobachtung 
der Biowissenschaften und ihrer Technologien

Fragezeichen

»Patientenverfügungen«  in Frage gestellt

 

Eine Broschüre des BioSkop e.V. mit Informationen und Fragen, die andernorts nicht gefragt werden

Fragezeichen

Warum das eigene Sterben planen?

Wann kommen Patientenverfügungen zum Tragen?

Sind schwere Entscheidugen im Vorhinein vermeidbar?

Die einsame Entscheidung - ein Ideal für wen?

Hilft in Klinik und Heim das Formular?

Von der Verfügung zur Euthanasie?

 
 
"BIOSKOP-Wirbel"

Sterben ist politisch.

Bezug: gegen Einsendung von 3,50 € in Briefmarken bei:
BioSkop e.V., c/o Erika Feyerabend, Bochumer Landstraße 144a, 45276 Essen

Warum diese Broschüre?

Patiententestamente, Patientenbriefe, Patientenverfügungen – gibt es da überhaupt ein Problem?

Bisher scheint es nur Befürworter solcher Dokumente zu geben, mit denen wir alle als zukünftige Patientinnen und Patienten unseren Willen vorsorglich erklären sollen. Und zwar neuerdings. Denn Verfügungen zu treffen ist erst seit Kurzem üblich. Und erst seit kurzem macht das Thema öffentlich Karriere. Kritische Stimmen gab es bisher kaum. Anfänglich verhielten sich Ärzteverbände und Gerichte zögernd, inzwischen sind Verfügungsformulare als Instrument akzeptiert und werden auch von Fachleuten ausdrücklich befürwortet.
 

Vor Jahren wie aus dem Nichts aufgetaucht, gibt es vor Patientenverfügungs-Angeboten heute kein Entrinnen. Die Werbung für die verschiedensten Formulare ist massiv. In Informationssendungen, Dokumentationsberichten und Talk-Shows wird das »Problem« präsentiert. Scheinbar geht das starke öffentliche Interesse auf die einzelnen Betroffenen zurück. Die Nachfrage entsteht aber keineswegs nur 'von unten'. Sie wird 'von oben' stimuliert. Bestimmte Gruppen, besonders alte Menschen, sind regelrecht Zielobjekte von Aufklärungskampagnen. Und die »Aufklärung« hat zuweilen einen durchaus drängenden Ton.

Feste rechtliche Vorhaben für das, was eine »gute« Patientenverfügung wäre, gibt es nicht. Das Feld ist nicht gesetzlich geregelt. Vorhandene Dokumente beanspruchen, eine juristische Grauzone zu beseitigen. Sie bewegen sich aber selbst in einem juristisch ungesicherten Raum.

Der Windstoß

In mir bläst der Wind. Herr über nichts, Herr von nichts, nicht einmal Herr meiner Gewißheiten, bin ich mein Gesicht im Wind, im Gegenwind, und bin ich der Wind, der mir ins Gesicht bläst.

(Eduardo Galeano)

Wer sich über Patientenverfügungen informieren will, merkt schnell: Die Zahl der Formulare ist überwältigend. Ebenso beeindrucken Menge und Umfang der mitgelieferten Begleittexte. Inhaltlich ist dann aber auch wieder vieles ähnlich. man begegnet Standardformulierungen, und die Optionen sehen vergleichbar aus. Stets geht es um würdiges Sterben, um Grenzen medizinischer Behandlung, um freie Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten der Patientinnen und Patienten selbst.

Behandlungsbegrenzung gilt dabei als Chance. Das ist bemerkenswert, denn im Zusammenhang mit Abbau und Rationierung von Gesundheitsleistungen ist die Begrenzung medizinischer Leistungen immer umstritten gewesen. Kontrovers war der Behandlungsverzicht auch im Zusammenhang der Sterbehilfe. Beides – Leistungsbegrenzung und Behandlungsverzicht – findet sich nun, im Kontext der Patientenverfügungen, fraglos akzeptiert. Dabei stehen die Themen in enger Verbindung, davon unter anderem wird nachfolgend die Rede sein.

Anliegen diese Broschüre ist es, die Hintergründe und konkreten Effekte des Phänomens »Patientenverfügung« auszuleuchten. Patientenverfügungen – in Frage gestellt will Wege durch den Dschungel der Formulare bahnen und Worthülsen abklopfen. Auf kritische Gesichtspunkte kommt es uns an. Im Rahmen des BioSkop e.V. haben wir die aktuelle Verrechtlichungstendenzen in der Biomedizin über Jahre mit großer Skepsis beobachtet und werden das Thema auch in Zukunft verfolgen.

Wir freuen uns über Rückmeldungen zu dieser Broschüre. Hochwillkommen sind auch Dokumente, Erfahrungsberichte etc. zu Patientenverfügungen oder Angebote im Umfeld.
 


Weitere Informationen

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zur BioSkop-Startseite update: 25.05.2003 kleiner "BIOSKOP-Wirbel"   Webmaster