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> Auf einen Rücktritt soll eine Art Flucht nach vorn folgen

Masterplan der DSO?

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigt langsam Wirkung: Nach anhaltenden Vorwürfen verspricht sie hinter den Kulissen, »mit Blick auf die Zukunft« transparenter zu werden. Die Vorsitzenden des Stiftungsrates haben sich einen »Masterplan zur Weiterentwicklung« ausgedacht.

+ Die ganze Geschichte


Der erste Rücktritt

Dr. Thomas Beck, Kaufmännischer Vorstand der DSO, hat laut übereinstimmenden Medienberichten am 20. April 2012 darum gebeten, seinen Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen. Drei Tage später veröffentlichte die DSO auch eine entsprechende Pressemitteilung. Der Medizinische Vorstand Prof. Günter Kirste, der auch wegen früherer Aktivitäten in der Kritik steht und dessen Nachfolger seit Mitte Oktober gesucht wird, will offenbar ebenso weitermachen wie Prof. Wolf Otto Bechstein, der gegenwärtig den DSO-Stiftungsrat anführt. Hinter den Kulissen werden bereits Nachfolger ausgeguckt, zwei der Favoriten sollen die Professoren Bruno Meiser und Björn Nashan sein. Meiser steht derzeit noch an der Spitze von Eurotransplant, Nashan tritt neuerdings auch als »Entscheidungshelfer« zur Organspende für die Krankenkasse AOK in Erscheinung.


»Organspende – gesellschaftlich umstritten, öffentlich undurchschaubar, politisch gefördert«

Tagung für Transparenz verpasst?

+ Das PROGRAMM

Bildungsauftrag der DSO?

Im Fokus des Marketings pro »Organspende« stehen zunehmend auch Schüler und Lehrer – Eltern sollten daher unbedingt mal nachfragen: Wer erstellt die im Unterricht eingesetzten Materialien?
Wie unabhängig sind die Autoren – und welchen Bildungsauftrag haben sie eigentlich?
Einsendeschluss am 29. November

LERNERFOLGS-KONTROLLE FÜR ÄRZTE



DSO endlich auf dem Prüfstand!

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) bot immer wieder Anlass für notwendige Recherchen und kritische Berichte von BioSkop. Nun bewegt sich endlich was: Das Geschäftsgebaren der DSO, die mit der Koordination der Organspenden hierzulande beauftragt ist, soll in den nächsten Wochen offiziell überprüft werden. Inzwischen sucht die DSO einen Nachfolger für ihren Medizinischen Vorstand, Professor Günter Kirste.

Auslöser sind schwere Vorwürfe gegen den DSO-Vorstand, die anonyme, angebliche Mitarbeiter der DSO erhoben haben. Ihr »Offener Brief« vom 7. Oktober 2011, per E-Mail verschickt an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und diverse Bundestagsabgeordnete, attestiert dem DSO-Vorstand unter anderem »Vetternwirtschaft und Selbstbedienungsmentalität« zu Lasten der Krankenkassen sowie einen »Führungsstil nach Gutsherrnart«; die wenigen Beschäftigten, die innerhalb der DSO »Kritik geübt haben«, seien inzwischen »herausgeschmissen oder gemobbt« worden, heißt es in dem Brief, der auch einige Medien erreichte und BioSkop vorliegt. Die anonymen DSO-Mitarbeiter fragen auch: »Wieso gibt es eigentlich keinen öffentlich zugänglichen Unternehmensbericht?« Außerdem: »Warum braucht die DSO ein teures Hauptstadtbüro und stellt einen Lobbyisten für mehrere Tausend Euro am Tag an?« Dies alles sei ein »Skandal«.

Zudem empfehlen wir Politik und Kontrolleuren, unsere früheren Veröffentlichungen über Aktivitäten der DSO und ihrer Partner genau anzuschauen.

Minister Bahr, dessen Dienststelle in Sachen »Organspende« bislang ziemlich einseitig aufklärt, reagierte zügig; er hat das Regierungspräsidium Darmstadt als zuständiger Stiftungsaufsicht in Hessen gebeten, die Vorwürfe gegen die in Frankfurt a.M ansässige DSO umgehend aufzuklären und die Öffentlichkeit zu informieren; am 14. Oktober 2011 zog der DSO-Stiftungsrat nach und gab per Presseerklärung bekannt, dass er einen »weiteren externen unabhängigen Wirtschaftsprüfer« mit der Überprüfung der Vorwürfe beauftragen werde. Gut eine Woche später, am 22. Oktober, erschien in der FAZ eine bemerkenswerte Stellenausschreibung, gesucht wird eine »Persönlichkeit« für eine »herausfordernde Führungsaufgabe« – die finanzielle Vergütung ist bislang unbekannt, dürfte aber irgendwo im sechsstelligen Euro-Bereich liegen, den ja auch Chefs von Krankenkassen seit vielen Jahren gewohnt sind. Am 26. Oktober stand die DSO dann auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages – allerdings in nichtöffentlicher Sitzung. Das Bundesgesundheitsministerium bezog zu den Vorwürfen prägnant Stellung – immerhin, aber noch nicht wirklich ergiebig. Derweil betreibt die DSO scheinbar business as usual und setzt ihr kostspieliges Marketing in üblicher Manier fort.

Was bei den diversen Bemühungen um Aufklärung herauskommt, wird BioSkop kritisch beobachten und einordnen. Zudem empfehlen wir Politik und Kontrolleuren, unsere früheren Veröffentlichungen über Aktivitäten der DSO und ihrer Partner genau anzuschauen – einige Beispiele:

KOMPLIZIERT GESPONNENES NETZDISKRETE SELBSTKONTROLLE
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BILANZ ZUM TPG
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MERKWÜRDIGE DOKUMENTATIONSMÄNGEL
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STREIT UM »HIRNTOD«-DIAGNOSTIK
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KIRSTES STEILVORLAGE
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EINE EMPFEHLUNG VON EUROTRANSPLANT
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NOCH MEHR _BIOSKOP_-BERICHTE über die DSO und ihre Partner

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