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BioSkop – Forum zur Beobachtung 
der Biowissenschaften und ihrer Technologien

Maulwurf

Denkzettel Nr. 1

Stichwort: Technik der Zukunft


Liebe Leute, liebe kritische und interessierte ZeitgenossInnen,

Unser Thema diesmal hat sozusagen Ewigkeitswert. Es geht um die »Zukunft«, jene ominöse Größe, die nie da, von der aber ständig die Rede ist. Wir sind geradezu umzingelt von Zukunftsvokabeln: Wir haben ein Zukunftsministerium, zukunftsfähige Industrien und Parteien, sichern uns Zukunftsoptionen und wollen als Bundesrepublik ein Wirtschaftsstandort der Zukunft sein.
Die Jahrtausendwende läßt grüßen. Als Schallgrenze für »präzise« Rechenmodelle begegnet uns derzeit das Jahr 2040. Der lange Arm der Datenodelle reicht über zwei Generationen hinweg.

 Wir sind skeptisch. Nicht nur halten schon viel kürzer greifende Prognosen nicht, was sie an Treffsicherheit versprechen. Sie sind schon vor ihrer Zeit ein Mittel zur Politik. Sie dienen als Argument, sie geben Gründe an und machen den technogenen Sachzwang plausibel.
Das Thema ist uferlos. Wir haben ein paar Zugänge versammelt und hoffen, sie können dem Gedankenfassen dienen. Eines der Anliegen der Denkzettel-Idee ist ja, sich nicht nur über »Aktuelles« auszutauschen, sondern im Boden der Grundsätzlichkeiten zu wühlen.

 


"BIOSKOP-Wirbel"   Aus dem Inhalt:

Was die verschiedenen Felder von Zukunfts-Politik verbindet:
Jedesmal laufen Argumente und Darstellungensweisen darauf hinaus, die Differenz unsichtbar zu machen, die besteht zwischen der (besser: einer unter mögicherweise mehreren) Gegenwart der Zukunft (also dem, was wir vonhier aus vorentwerfen) und den küftigen Gegenwarten, die erst sind, wenn sie sind und nicht simulierbar.
Was ist das Ziel dieser Unsichtbarmachung? Die Rhetorik des Sachzwangs. Und was – angeblich – definitiv kommen wird, soll es vielleicht nur...? Da sind wir nich' 'für!
 
 
Maulwurf
...und zum Schluß: Zukunftssplitter

Zuletzt lassen wir erneut Aldous Huxley sprechen:

»'Nur damit sie eine Vorstellung vom Ganzen bekommen', erklärte er (der Direktor der Brut- und Normzentrale bei einer Fürung) in solchen Fällen. 
Irgendeine Vorstellung mußten sie schließlich haben, wenn sie ihre Arbeit mit Verstand verrichten sollten; andererseits aber auch keine genaue Vorstellung, wenn sie brauchbare und zufriedene Mitglieder der Gesellschaft werden sollen. Die kleinen Einzelhieten sind es bekanntlich, die tüchtig und glücklich machen. Gesamtüberblicke sind für den Geist von Übel. 
Nicht Philosophen, sondern Hobbybastler und Briefmarkensammler bilden das Rückgrat der Menschheit.«
(Bioethiker sind von der zweiten Sorte [Anmerkung der Redaktion]) 


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