| BioSkop Forum zur Beobachtung
der Biowissenschaften und ihrer Technologien |
»Planungssicherheit
am Lebensende? Patientenverfügungen im Widerstreit«
Fr, 18.10.2002, 19.00 Uhr Sa, 19.10.2002, 18.00 Uhr · Essen (Ev. Gemeindezentrum Altenessen-Süd)
BioSkop-Tagung
MitveranstalterInnen: Heinrich-Böll-Stiftung NRW, Behindertenreferat des
evangelischen Stadtkirchenverbandes Essen, Bocholter Regionalgruppe der Hospiz-Vereinigung
OMEGA, Hannah-Arendt-Bildungswerk
Die Biomedizin verheißt uns immer mehr Gesundheit und langes Leben. Ist keine
Heilung mehr in Sicht, wird der schier grenzenlose Handlungswille plötzlich
zum Kritikpunkt. Unerträglich ist für viele Menschen die Vorstellung, im Krankenhaus
hilflos »an Apparaten angeschlossen«
dem Lebensende entgegen zu sehen. In den Niederlanden und Belgien ist professionelle
Patiententötung inzwischen ein Angebot der Wahl. In Deutschland steigt die Zahl
so genannter »Patientenverfügungen«.
Mit solchen Papieren, die hierzulande rechtlich unverbindlich sind, erklären
Menschen, dass sie im Fall späterer Nichteinwilligungsfähigkeit, etwa bei Koma
oder Schlaganfall, durch Abbruch medizinischer Behandlung zu Tode gebracht werden
wollen.
Erleichtern Vorabverfügungen das Leben mit schwerer Krankheit, machen sie es
»selbstbestimmter«?
Stellt, im Zeichen der »Kostenexplosion«-Rhetorik,
der frei erklärte Verzicht nicht auch eine Gefahr dar, für Leib und Leben vieler?
Zahlreiche ReferentInnen werden das Thema aus unterschiedlicher Perspektive beleuchten. Der Münchner Soziologe Werner Schneider widmet sich der Art und Weise, wie in modernen Gesellschaften über Sterben und Tod gesprochen wird. Die Wiesbadener Erziehungswissenschaftlerin Prof. Marianne Gronemeyer hinterfragt die Vorstellung vom »Recht auf den eigenen Tod«. Pia Hollenstein, Intensivschwester, Berufsschullehrerin und grüne Nationalrätin in St. Gallen, setzt sich kritisch mit den Schweizer Realitäten auseinander. Auch Tötungshandlungen in den Niederlanden und Belgien werden zur Sprache kommen. Christian Winter, angehender Jurist und aktiver BioSkopler, problematisiert die rechtliche Dimension von Verfügungen und Vollmachten. Paolo Bavastro, Leitender Arzt in der Filderklinik bei Stuttgart und Friedrich Leidinger, Psychiater beim Landschaftsverband Rheinland, erörtern, ob das neue Arzt-Patient-Verhältnis als eine Art Dienstleister-Kunden-Beziehung tatsächlich Sicherheit für die Beteiligten bietet. Einen kritischen Blick auf interne Diskussionen der Hospiz-Bewegung richten Inge Kunz, Sozialpädagogin und OMEGA-Bundesvorsitzende, Franco Rest, Professor für Sozialphilosophie/Sozialethik in Dortmund und Hans Hermann Holfelder, Krankenhauspfarrer aus Hamburg. Sie fragen: Was motiviert Hospiz-Vereinigungen dazu, »Patientenverfügungen« und »Vorsorgemappen« anzubieten?
Hier finden Sie das komplette Programm.
Allen, die sich intensiv mit dem Vorsorgethema auseinander wollen, empfehlen wir außerdem unsere aktuelle Broschüre »Patientenverfügungen« ... in Frage gestellt.
| zur BioSkop-Startseite | update: 02.01.2003 |